Archiv für März 2009|Monatliche Archivseite

Bloggen

Eine Frage, die ich mir schon sehr lange stelle, ist: wieso bloggt man? Ich habe darüber schon mal einen Artikel geschrieben, doch nun will ich das neu aufrollen.
Welchen Grund haben wir, um zu bloggen? Wieso haben wir den Drang, der Welt, insbesondere Menschen, die wir nicht mal kennen, über Internet mitzuteilen, was der Tag verspricht, oder welche Probleme man hat? Wieso ist es so interessant, das Leben eines fremden Menschen so kennenzulernen?
Es gibt viele Arten von Blogs: die einen sind Newsblogs, die anderen Grafikblogs, oder Tagebuchblogs. Dann gibt es die wie meiner, der Gedankenblog, oder Geschichtenblogs, Kreative Blogs.
Wir tun es, aus Langeweile, aus Lust und aus Frust. Wir schreiben, was uns am Herzen liegt.
Manche lassen sich offensichtlich über Menschen aus, die den Blog lesen, andere wiederum packen dies in kleine Gedichte oder Texte. Doch warum tun wir das? Um unseren Freunden und Bekannten mitzuteilen, dass wir ihr Verhalten falsch finden? Oder einfach nur, um unsere Gefühle loszuwerden, es aufzuschreiben?
Und warum tun wir dies nicht einfach in einem Word Document sondern öffentlich auf einem Blog, den täglich jede Menge Menschen lesen?
Viele Fragen, auf die ich beim besten Willen keine Antwort weiß.
Ich weiß nicht mal, warum ich es tue. Weil ich einfach Spaß am Schreiben habe, und meine Texte und Gedanken veröffentlichen will, oder aus einem Komplett anderen Grund?
Ich denke, jeder muss es für sich selber wissen, wie viel er von seinem Leben veröffentlicht.
Aber eines steht fest: es wird viel gelesen. Und viel geredet.

Sehnsuchtswiese

Sonnenschein

Licht, überall.
Es erhellt den Raum, es erhellt die Dunkelheit und die Traurigkeit.
Licht.
Überall.
Es schafft Glück, egal wie traurig man ist,
Egal wie wütend auf sich selber.
Egal wie wütend auf andere.
Licht lässt das schöne der Welt erscheinen,
ganz abhängig von Gewalt, Oberflächlichkeit und Kontrolle.

Wie viel würde ich nun darum geben, da draußen zu sein.
To Escape.
Just fly away.
Ja, ich wünsche es mir, mehr als alles andere.

Auch wenn die Tränen längst nicht getrocknet sind, habe ich das Gefühl, glücklich zu sein.
Doch die Wut auf mich selber, auf meine Törichtigkeit, dass Menschen Dinge akzeptieren können wie sie sind, dass man auch reden kann, und nicht nur schweigen, trübt dieses Glück.
Ich habe es gegblaubt. Stattdessen ist das einzige, was bleibt, die Worte. Die schrecklichen Worte, die aus Mündern kommen, die vollkommen unberechtigt sind.

Wut.
Auch mich.
Auf die Welt.
Wieso haben nur Märchen ein Happy End?

Sehnsuchtswiese

Für immer

Ich möchte weinen, doch ich kann nicht.
Ich konnte es nicht nie, als ich es am dringendsten brauchte.

Ich möchte alles herausweinen,
anstatt nur wütend in mich hineinzuschreien.

Ich weiß, dadurch wird vieles besser.
Doch ich kann nicht.
Denn ich konnte es noch nie.

Tränen kamen immer nur, als ich sie am wenigsten wollte.
Als ich sie am wenigsten benötigte.
Als ich reden wollte.

Doch nun will ich nur schweigen.
Für immer.

Verzweiflung…

Am liebsten würde ich jemanden um Rat fragen, doch ich kann nicht.
Ich kann und darf sie nicht fragen, es ist unmöglich.
Sie würde mir nicht helfen, denn es ist mein Problem und ich muss es lösen.
Das habe ich nun schon so oft gehört, dass ich anfange, diese Lüge der angeblichen Reife und Selbständigkeit
selber zu glauben, und all meine Sorgen und Probleme in mich hineinzufressen.

Ich und ihr

Ihr sagt:

Es ist schrecklich, wie viele undschuldige Menschen an jenem Mittwoch gestorben sind. So ein Arsch, der das getan hat!

Ich sage:

Es ist ein Verbrechen, jemanden so zu mobben, oder diskriminieren, jemanden so weit zu bringen, dass er eine solche Wut aufbaut, um andere zu töten.

Ohne Titel

Wenn die schreiben würde, ich würde sie lesen.
Wenn sie ihre Gefühle ausdrücken würde, ich würde mitfühlen.
Wenn sie ihr Leben und ihre Geschichte schildern würde, ich würde weinen.

Doch wenn sie lachen würde,
Ich würde mit ihr Lachen.

Sehnsuchtswiese

Träumen

Träumen bedeutet „Frei Sein“.
Doch was bedeutet schon „Frei Sein“?
Tun und lassen können, was man will, ohne auf die Konsequenzen zu achten.
Aber „Frei Sein“ ist doch nur ein Traum, den man weiter träumen muss, denn in einer Welt,
die so kontrolliert ist, wie diese, ist es anders nicht möglich.

Sehnsuchtswiese

Lieder voller Sommer

Lieder voller Insider und Erinnerungen.
Lieder voller Sommer.

Ja, es war eine schöne Zeit, viel zu schön, um wahr zu sein.
Wir haben uns geliebt, auf eine freundschaftliche, kompromisslose Weise.
Zeit ist vergangen, und dennoch denke ich noch viel zu oft an sie.
Wir haben gelacht, waren verrückt und haben getan, was wir wollten.

„Ein Stück regen tropft aus deiner Locke und verschwindet hinterm Ohr.“
Doch das einzige, was uns verbunden hat, war eine Band
Nun, als die Lieder wieder auftauchen, erinnere ich mich.
Sie fehlen mir.

Es geht weiter.

Ja, es geht weiter. Die Medien treten das Thema Tim K. immer breiter. Details, die eigentlich geheim gehalten werden sollten, das sie zu viel Schmerz bei den Angehörigen und der Bevölkerung aufrufen würden, werden veröffentlicht. Den Medien kann man schon lange nicht mehr trauen. Tatsachen werden verfälscht, in jeder zweiten Zeitung ist etwas anderes zu lesen – auch, wenn es nur kleinste Details sind.
Die Tatsachen werden so hingedreht, bis sie die Bevölkerung, oder besser gesagt die Käufer der Zeitungen, ansprechen. Und warum das alles? Um möglichst viel zu verkaufen. Aber ist des nicht überall so?
Shampoo soll die Haare wie Diamanten glänzen lassen, Getränke mit Eiweißgehalt sollen die Ausdauer natürlich steigern, Cremes soll Falten verschwinden lassen, Lebensmittel sollen beim Abnehmen unterstützen.
In der heutigen Welt werden viele Tatsachen verfälscht, und das alles nur, um möglichst viel zu verkaufen.
Ehrlichkeit ist nun zweitrangig.
Die Verkaufszahlen stehen im Vordergrund.

Dabei ist es den Medien scheinbar egal, wie die  Angehörigen der Verstorbenen, oder des Täters (Oder besser gesagt Mobbing-Opfers) Tim K. darunter leiden, dass immer mehr an die Öffentlichkeit gelangt.
Etwas, das mich nicht mehr in Ruhe lässt ist, dass Killerspiele verboten werden sollen. Oder der Kauf erschwert, was eigentlich schon der Fall ist. In einem Bericht, den ich gestern las, wurde berichtet, dass bei Tim K. ein Shootergame gefunden wurde: Counter Strike. Mein Kommentar, ganz unverschämt: UH, Counter Strike. Fast jeder Jugendliche besitzt dieses Spiel, oder hat es schon einmal gespielt. Auf jeden wirken diese Spiele anders, aber dass Jugendliche sie mit der Realität verwechseln, ist selten. Aus Spaß schnappt sich niemand eine Pistole und erschießt wahllos Menschen. Meistens gibt es einen Hintergrund, eine Vorgeschichte, die meistens „Wut und Hass“ heißt. Ob nun auf die Welt oder auf die Mitschüler.
Meiner Meinung nach dürfen sich die Angehörigen nicht wundern, über Tims Tat. Wie oft haben sie Tim angesehen und etwas Abwertiges  gedacht? Ihn in Gedanken verflucht?
Wie oft tut ihr, die das hier nun lesen? Wie oft habt ihr schon jemanden diskriminiert? Bewusst oder unbewusst.
Ihr könnt es nicht abstreiten, denn ihr alle, oder besser gesagt: wir alle tun es, und haben es getan.
Wieso also ist Tim K. der einzige Täter?
Sie alle sind Täter, wir alle sind Täter.

Sehnsuchtswiese

Amoklauf von Winnenden

In Deutschland / Baden Würtemberg ertrug sich heute Morgen um 9:30 ein tragisches Ereignis: der 17 jährige Tim K., der bis dato eine Realschule in Winnenden besuchte, beginnt plötzlich mitten im Unterricht wild um sich zu treten, zieht eine Pistole und schießt um sich. Er tötete dabei zehn Schüler und drei Lehrer. Danach flüchtete er zu Fuß in die Innenstadt, wo er einen Autofahrer zwang, in Richtung Wendlingen im Landkreis Esslingen zu fahren. Unterwegs ließ er aber den Autofahrer aussteigen und fuhr selbst weiter. An einem Autohaus hielt er ein weiteres Mal und erschoss zwei Passanten.
Einsatzkräfte holten ihn dort ein – eine Schießerei ereignete sich, und zwei Beamte erlitten schwere Verletzungen.
Daraufhin erschoss sicht Tim K..

Tim hatte soeben den Realschulabschluss in der Tasche, und hatte eine Ausbildung begonnen. Er war ein eher unauffälliger Schüler gewesen. Die Schusswaffe, die an jenem Tag benutzte, gehörte seinen Vater, welche legal mehrere Schusswaffen besaß.

Das sind Zeilen, die heute viele Augen gelesen oder gehört haben.
Ich habe mehrer Artikel durchforstet: leblose, unmenschliche Artikel, bei denen lediglich über die Verletzten und toten berichtet wird, aber nicht näher auf Tim K. eingegangen wird. Sicherlich wird erwähnt, dass sein Motiv nicht klar ist, aber im Vordergrund steht klar, dass es so schrecklich ist, was Tim K. seiner Umwelt angetan hat.
Ich hasse solche Art von Artikel, bei denen der „Täter“ beschuldigt wird. Natürlich hat er Menschen ermordet, einige verletzt und viele in ein Trauma versetzt, doch dem Anschein nach stellt sich niemand die Frage, warum genau er das getan hat.
Ich bin mir sicher, er war keiner dieser „Gamer“, die EgoShooter spiele zocken und nur Gewalt im Kopf haben. Ja, vielleicht hat er das ja – diese Spiele gespielt, was dazu beigetragen hat.
Aber niemand steht ohne Grund auf und erschießt aufgrund solche Spiele „rein aus Spaß“ Menschen, der noch bei vollem Bewusstsein ist.
Aus den vielen Artikeln lässt sich eines entnehmen: Tim K. war ein unauffälliger Schüler.
Vielleicht abgeschwächt von den Medien, denn wir alle wissen, was „unauffällig“ bedeutet: unbeliebt, vielleicht wurde er gemobbt. Vielleicht hatte er schwache Nerven. Nicht jeder ist so stark, und kann solche Taten über sich ergehen lassen. Mittlerweile wurde seine Wut auf die anderen vielleicht so groß, dass er der Welt ein Zeichen setzten wollte.
Die Wut von den Mobbing-Opfern reicht oft bis zu Gewalt hin, oder zu Amok.
Ein weiteres Beispiel seines Motives:
Es ist unverantwortlich zu sagen, er hätte keinen Grund gehabt, das zu tun, er wurde nicht gemobbt. Ja, vielleicht wurde er es nicht, aber manchmal ist es besser, beachtet zu werden, als verachtet und ignoriert.

Das Opfer will Rache, und tut dies in Form eines Amoklaufes.
Ich will das nun nicht als heilig hinstellen, nur aufzeigen, dass es töricht ist von seinen Mitmenschen, zu behaupten, sie wissen nicht, warum er es getan hat.

Es gibt einen Grund, den sie alle kennen.
Genauso wie sie ihn nicht gekannt haben.
Einen Grund, den sie nicht wahrhaben wollen,
Der aber genauso Realität ist, wie der Tot von vielen Menschen bei Amokläufen.

Sehnsuchtswiese

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