Von Zügen, die schon längst abgefahren sind…
Die schönsten Stunden am Tag sind die Morgendstunden – wenn die Sonne schon leicht über den Horizont guckt, und die Vögel anfangen zu Zwitschern. Jeder Tag ist ein Geschenk des Himmels, ein Neubeginn, und man sollte seinen Tagesablauf daran ausrichten, selbst ich muss lernen, das zu machen. Jeder Tag sollte anders sein, nicht so öde wie meine.
Und wieder frage ich mich, wie ich das anstellen soll. Es ist nicht so, dass sie mir egal wären. Ich habe längst aufgegeben, dem Zug, der schon längst abgefahren ist, nachzulaufen. Doch, so ein alter Freund, wollte ich wirklich zu den Menschen, die im Zug sind, würde ich es zum Zug schaffen. Aber wie ist es umgekehrt? Würden sie anhalten, wenn ich ihnen etwas wert wäre? Ein endloses Spiel würde beginnen. Jeder würde denken, Recht zu haben. Doch sie wären die Mehrzahl – und die Mehrzahl hat immer Recht. Aber nicht dieses Mal.
Ich werde dem Zug nicht mehr nachlaufen. Nie mehr. Es hat doch keinen Sinn. Und nun aheb ich Angst, dass sie denken, sie sind mir nichts wert. Aber was heißt schon „wert“ … sie sind doch „nur“ Menschen, die ich verloren habe, wie doch schon so viele andere. Sie waren mir viel wert, ja. Aber jetzte? Es soll keine Beleidigung sein, es ist die Wahrheit. Ich bemühe mich nicht mehr, denn sie tun es auch nicht. Es beruht auf Gleichzeitiger Gegenseitigkeit.
Sehnsuchtswiese
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Das Leben ist wie Zugfahren > Menschen steigen ein, gehen an Dir vorbei, einige wenige setzen sich in Deine Nähe, einer vielleicht neben Dich. An der nächsten Station steigen einige davon wieder aus, neue kommen dazu. Es ist ein stetiges Kommen und Gehen. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit für einige kurze Sätze, vielleicht auch ein längeres Gespräch. Aber der Abschied kommt immer. Spätestens dann, wenn Du aus dem Zug steigst.
Deshalb nütze die Gelegenheit – ohne Vorurteile und ohne Nachzudenken. Denn wenn die Zeit des gemeinsamen Reisens vorbei ist, ist es zu spät. Andererseits sei nicht traurig, denn jeder Abschied, jede Trennung eröffnet Dir neue Möglichkeiten, der Platz neben Dir wird frei für einen neuen Mitreisenden.
Einem aussteigenden Mitreisenden bzw. gar dem Zug nachzulaufen bringt Dich von Deinem eigentlichen Reiseziel ab. Und bei dem Nachlaufen besteht auch die Gefahr, dass Du Deinen
Fahrausweis, auf dem DEIN Reiseziel steht, verlierst … oder in Deiner momentanen Hektik bzw. Verzweiflung wegwirfst …
… und an der nächsten oder übernächsten Station wäre vielleicht jemand zugestiegen, der genau DICH und Deine Worte gebraucht hätte.
Auch wenn ich mit meinem Kommentar von DEINEM Thema abgekommen bin, musste ich Dir einfach meine Gedanken mitteilen.
Nächtliche Grüße aus Nürnberg von einem Mitreisenden, der schon oft seinen Fahrausweis verloren bzw. verlegt und verzweifelt gesucht hatte bis er ihn immer wieder fand
[...] Und ich gehöre zu denen, die schon oft ihren Fahrausweis verloren und verzweifelt gesucht haben bis ich ihn (bis jetzt) immer wieder fand … ergänzend dazu > Von Zügen die schon längst abgefahren sind > von sehnsuchtswiese [...]