Es ist falsch …

Der Warme Wind, der durch mein geöffnetes Fenster hereinweht, streicht mein Gesicht. Es fühlt sich gut an. So warm, so vertraut. Früher war mir nie aufgefallen, dass jede Jahreszeit einen anderen Geruch hatte. Alles hat erst im Winter angefangen, als …

Der Winter … es riecht nach Schnee, nach Abschied. Aber es ist gut.
Der Frühling … alles riecht ned, erfrischend…
Der Sommer … er riecht vertraut, aufmunternd, als wollte er mir zeigen, dass die Welt so schön sein kann.

Doch sie ist es nicht immer. Jedenfalls nicht für mich. Ich weiß, dass es Falsch ist, was ich tue, doch wie kann ich anders? Es ist nicht gut für mich. ich kapsle mich ab. Doch ist das nicht genau das, was ich wollte? Ja – aber ich konnte doch nicht wissen, das es so kam. Ich konnte nie ahnen, dass nun all die Schuld mir in die Schuhe geschoben wird. Wofür, ist mir nicht klar. Es ist nur so, dass ich nicht einsehe, dass ich mich immer melden soll. Alles, was ich geantwortet bekomme ist „Melde dich doch selber.“ Doch sie wissen nicht, wie es ist, so zu sein wie ich, einfach anders. Vielleicht ist es auch das, für das sie mich beschuldigen – dass ich einfach so bin, wie ich bin. Anders. Aber wenn ich das nun so sage, wird jeder das selbe von sich sagen, doch nicht jeder sieht die Welt so, wie ich sie sehe. Ich weiß, was in den Menschen vorgeht. Warum sie so sind, wie sie sind. Ich kann selber kaum glauben, wie viel sich durch die Mimik der Menschen über sie erraten lässt. Lügen, unterdrückte Freude – es ist doch egal, was.
Ich merke aber, dass ich durch das abkapseln wieder zu mir selber finde. Ich hatte immer gedacht, dass ich nur mit Liebe wieder so denken kann. Nur mit echter Liebe. Ich bin verwirrt. Kann man sich in eine Literaturgestalt verlieben? Ist es nicht absurd, wenn man genau weiß, dass die Person nicht existiert? Doch ist es nicht genauso absurd, in jemanden verliebt zu sein, von dem man weiß, dass er die Liebe nie erwidern wird?
Ich muss mir eine neue Theorie überlegen, wie ich wieder zu mir finde. Es ist doch so eigenartig, wie nie zuvor. … Aber schließlich ändern sich die Dinge, und man macht Sachen, die man später bereut. Doch man soll nie bereuen, wenn man in dem Moment glücklich war… ich werde es mir zu Herzen nehmen.

Sehnsuchtswiese


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